Kurz gesagt
- Ein Zweitkonto bei einer anderen Bank überbrückt Ausfälle von Karte oder Konto. Eine Sperre beim ersten Konto hebt es nicht auf.
- Alle fünf Konten im Überblick gibt es ohne monatliche Kontoführungsgebühr – bei der DKB nur unter Bedingungen, sonst 4,50 € pro Monat.
- Unterschiede liegen bei Kartenkosten, kostenlosen Bargeldabhebungen und beim Land der Einlagensicherung.
- Eröffne das Reservekonto, solange dein erstes Konto noch funktioniert.
Deine Karte wurde abgelehnt oder dein Konto ist gerade nicht nutzbar – und du hast kein zweites Zahlungsmittel. Ein Zweitkonto bei einer anderen Bank fängt solche Ausfälle ab. Hier liest du, worauf es bei einem Reservekonto ankommt und was fünf verbreitete Konten laut ihren eigenen Preislisten kosten.
Wofür ein Zweitkonto gut ist
Ein Reservekonto ist ein zweiter, unabhängiger Zugang zu deinem Geld: eigene IBAN, eigene Karte, eigene App, eigener Kundenservice. Fällt bei einer Bank etwas aus, zahlst du mit der anderen weiter.
- Karte abgelehnt oder gesperrt: Du bezahlst mit der zweiten Karte, bis das Problem geklärt ist.
- App oder Banking gestört: Überweisungen laufen über das andere Konto.
- Karte verloren: Bis die Ersatzkarte da ist, bleibst du zahlungsfähig.
- Konto wird geprüft: Laufende Ausgaben deckst du aus dem Guthaben auf dem Zweitkonto.
Wichtig
Ein Zweitkonto löst das Problem beim ersten Konto nicht. Eine Sperre, eine Prüfung oder eine hängende Überweisung klärst du weiterhin mit der ersten Bank. Auf das Geld, das dort liegt, kommst du über das Zweitkonto nicht.
Was du bei einer abgelehnten Karte zuerst prüfst, steht in unseren Anleitungen: Revolut-Karte funktioniert nicht, N26-Karte funktioniert nicht und Trade-Republic-Karte abgelehnt.
Worauf es bei einem Reservekonto ankommt
- Kontoführung und ihre Bedingungen: Ein Reservekonto bekommt meist kein Gehalt. Prüfe, ob die Gebührenfreiheit an einen Geldeingang gebunden ist.
- Karte und Kartenpreis: Eine virtuelle Karte ist oft sofort nutzbar, vor allem online und im Handy-Wallet. Für den Geldautomaten brauchst du in der Regel eine physische Karte, die einmalig etwas kosten kann.
- Bargeld: Die Anbieter begrenzen kostenlose Abhebungen nach Anzahl, nach Betrag oder über einen Mindestbetrag. Der Automatenbetreiber kann zusätzlich ein eigenes Entgelt verlangen.
- Echtzeitüberweisung: Im Notfall soll Geld in Sekunden auf dem Reservekonto ankommen. N26, C24, DKB und Revolut führen Echtzeitüberweisungen in ihren Unterlagen auf.
- Einlagensicherung und ihr Land: Welche Einrichtung deine Einlagen sichert, steht im Informationsbogen für den Einleger der Bank. Bei Revolut ist es zum Beispiel die litauische Einrichtung, bei N26, DKB und C24 die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken.
- Eröffnung und Identitätsprüfung: Alle fünf Konten eröffnest du online oder in der App. Die Verfahren unterscheiden sich, zum Beispiel Video-Ident oder Online-Ausweisfunktion.
- Wohnsitz: C24 und Trade Republic verlangen Wohnsitz und Steuerpflicht in Deutschland. N26 nennt einen Wohnsitz in einem unterstützten Land als Voraussetzung.
Fünf Konten im Überblick
Die Reihenfolge ist keine Wertung. Alle Angaben stammen aus den Preislisten und Produktseiten der Anbieter, gelesen am 27. September 2026.
| Konto | Kontoführung pro Monat | Karte | Bargeld abheben | Einlagensicherung (Land) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Revolut (Standard) | 0 € | Virtuelle Karte kostenlos; erste physische Karte kostenlos, Versand ab 7,99 € | 5 Abhebungen oder 200 € pro rollierendem Monat gebührenfrei, danach 2 %, mindestens 1 € | Litauen, bis 100.000 € | DE-IBAN bei Wohnsitz in Deutschland über die deutsche Zweigniederlassung |
| N26 (Standard) | 0 € | Virtuelle Mastercard Debit kostenlos; physische Karte einmalig 10 € | 2 Abhebungen pro Kalendermonat in der Eurozone kostenlos, danach 2,00 €; Fremdwährung 1,7 % | Deutschland, bis 100.000 € | Bonitätsprüfung bei der Eröffnung |
| Trade Republic | 0 € | Visa-Debitkarte: virtuell kostenlos, Classic einmalig 5 €, Mirror einmalig 50 € | Ab 100 € kostenlos; unter 100 € kostet die Abhebung 1,00 € | Über die Partnerbanken, bis 100.000 € pro Kunde; Land je nach Partnerbank | Guthaben liegt auf Treuhandkonten bei Partnerbanken oder in Geldmarktfonds |
| DKB (Girokonto) | 0 € bei mindestens 700 € Geldeingang pro Monat oder unter 28 Jahren; sonst 4,50 € | Visa Debitkarte kostenlos; Girocard optional 0,99 € pro Monat | Am Automaten in Euro seitens der DKB kostenlos; Mindestbetrag 50 € | Deutschland, bis 100.000 €; zusätzlich freiwilliger Sicherungsfonds | Ohne Aktivstatus 2,20 % Entgelt bei Fremdwährung |
| C24 (Smart) | 0 € | Mastercard Debit und Girocard kostenlos; 1 virtuelle Karte kostenlos | 4 Abhebungen pro Kalendermonat mit der Mastercard kostenlos, danach 2,00 € | Deutschland, bis 100.000 € | 4 Unterkonten mit eigener IBAN |
Revolut (Standard)
Das Standard-Abo kostet nichts. Die virtuelle Karte ist kostenlos, für die erste physische Karte zahlst du nur den Versand. Die Einlagen sichert die litauische Einrichtung, nicht die deutsche. Alle weiteren Posten findest du unter Revolut-Gebühren.
N26 (Standard)
Das Konto hat keine Kontoführungsgebühr und keinen Mindestgeldeingang. Ohne die physische Karte für einmalig 10 € hebst du nur an NFC-fähigen Automaten ab. Für Konten, die nach dem 19.10.2020 eröffnet wurden, nennt die Preisliste ein Verwahrentgelt von 0,5 % pro Jahr auf Guthaben über 50.000 €.
Trade Republic
Die Karte hat keine monatlichen Kosten, Bargeld gibt es mit der Classic oder Mirror Karte. Für die Eröffnung verlangt der Anbieter unter anderem ein bestehendes SEPA-Bankkonto und eine europäische Handynummer. Die vollständige Preisliste steht laut Anbieter nur in der App.
DKB (Girokonto)
Kostenlos ist das erste Girokonto bei einem regelmäßigen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 €, für alle unter 28 Jahren oder bei Eröffnung vor dem 14.09.2022. Als reines Reservekonto ohne Geldeingang kostet es sonst 4,50 € im Monat. Die Identität prüfst du per Video-Ident; in den ersten 48 Stunden kannst du noch keine Überweisungen beauftragen.
C24 (Smart)
Das Smartkonto kostet 0 € und enthält Mastercard und Girocard. Die vier kostenlosen Abhebungen gelten für Euro und Fremdwährung zusammen. Für die Identitätsprüfung stehen drei Wege offen: ein bestehendes deutsches Bankkonto, ein Video-Telefonat oder die Online-Ausweisfunktion.
So gehst du vor
- Eröffne das Konto, solange das erste funktioniert. Manche Verfahren setzen ein nutzbares Bankkonto voraus, etwa die Identifizierung über ein bestehendes Konto bei C24. Auch die physische Karte kommt per Post.
- Teste die Karte einmal. Zahle einen kleinen Betrag im Geschäft und hebe einmal Geld ab. So weißt du, dass PIN und Karte aktiv sind.
- Halte ein kleines Guthaben vor. Wie viel, hängt von deinen Ausgaben ab. Das Geld muss auf dem Reservekonto liegen, bevor das erste Konto ausfällt.
- Prüfe die Echtzeitüberweisung. Überweise einmal vom ersten auf das zweite Konto und zurück.
- Notiere den Supportweg. Halte fest, wie du den Kundenservice erreichst und wie du die Karte sperrst – außerhalb des Handys, auf dem die App läuft.
- Behalte die Bedingungen im Blick. Hängt die Gebührenfreiheit an einem Geldeingang, prüfe einmal im Jahr, ob das Konto noch kostenlos ist.
Häufige Fragen
Wirkt sich ein zweites Girokonto auf die SCHUFA aus?
Laut SCHUFA fließen Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten der vergangenen zwölf Monate in den neuen Score ein. Es ist eines von zwölf Kriterien. Mehrere Anfragen und Abschlüsse innerhalb von 28 Tagen zählen nur einmal. Basiskonten und Pfändungsschutzkonten spielen für den Score keine Rolle. Quelle: SCHUFA. Ob ein Anbieter Daten meldet, steht in seinen Vertragsunterlagen; C24 etwa nennt die Anfrage zur Kontoeröffnung und die Kontoeröffnung selbst.
Kann ich das Zweitkonto bei derselben Bank eröffnen?
Als Reserve hilft das wenig, weil eine Störung oder Sperre meist die ganze Bank betrifft. Dazu kommt: N26 und C24 setzen voraus, dass du dort noch kein Konto hast, und Revolut schließt mehr als ein Privatkonto aus. Bei der DKB kostet ein zusätzliches Girokonto immer 2,50 € pro Monat.
Bis zu welchem Betrag ist mein Geld geschützt?
Der gesetzliche Anspruch beträgt laut BaFin höchstens 100.000 € pro Kundin oder Kunde und Bank, unabhängig von der Zahl der Konten. Grundlage ist das Einlagensicherungsgesetz. Guthaben bei zwei verschiedenen Banken sind damit getrennt geschützt. Im Europäischen Wirtschaftsraum müssen alle Staaten Bankeinlagen bis 100.000 € absichern; die Regeln können im Detail abweichen. Quelle: BaFin.
Brauche ich für das Zweitkonto einen Geldeingang?
Bei Revolut Standard, N26 Standard, Trade Republic und C24 Smart nennen die Preislisten keine Bedingung für die kostenlose Kontoführung. Bei der DKB hängt sie am Geldeingang von mindestens 700 € pro Monat oder am Alter unter 28 Jahren.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und keine Finanz- oder Rechtsberatung. Im Einzelfall gelten die Auskunft des Anbieters und dessen aktuelle Bedingungen.